Ausstellungen / Museum
Lëtzebuerg City Museum Museum für Stadtgeschichte
Luxemburg, 14, rue du Saint-Esprit
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Igshaan Adams:
Igshaan Adams:
Between Then and Now
Mudam Luxembourg
Igshaan Adams (1982, Kapstadt, Südafrika) erschafft vielschichtige Kompositionen, die die Grenzen zwischen Textilkunst, Skulptur und Performance verschwimmen lassen. Dank der handgeflochtenen Körbe, die seine Familie in seiner Kindheit sammelte, interessierte sich Adams schon früh für das Weben. Da er sich aber zunächst als Maler verstand, entwickelte sich seine künstlerische Praxis über einen zutiefst intuitiven Zugang zum Stoff: „Ich bin einer Web-ausbildung ganz bewusst aus dem Weg gegangen, um nicht zu genau Bescheid zu wissen, damit ich eben ausgehend von diesem Nichtwissen arbeiten kann.“ Durch Adams’ stets kollaborative Praxis fließen persönliche Erinnerungen, Spiritualität und gemeinsame Geschichten in seine Arbeiten ein, und aus den allzu leicht übersehenen Dingen und Materialien des alltäglichen Lebens in Kapstadt erwachsen eindrucksvolle Reflexionen über Identität, Wert und Zugehörigkeit. Die Ausstellung Igshaan Adams: Between Then and Now versteht sich als dicht umwobener Zeitstrahl der Arbeit des Künstlers, durchwirkt von den Spuren der Geschichte und den Echos seiner Vergangenheit. Aufgewachsen in Bonteheuwel, einer von der Segregation der Zeit der Apartheid geprägten Township, musste sich Adams schon früh innerhalb der Spannungen einer zutiefst gespaltenen Gesellschaft zurechtfinden – es war ein Großwerden am Schnittpunkt verschiedener Identitäten, die miteinander in Konflikt standen. Seine Praxis, die immer wieder die spirituellen Dimensionen der Heilung und der Transformation erforscht, steht noch heute unter dem Einfluss dieser Erfahrungen. Die Ausstellung beginnt mit einer raumgreifenden Installation aus Textilproben, die die Besucher:innen dazu einlädt, das Material zu berühren und auf diesem Wege in Adams’ Atelierumgebung einzutauchen. Dessen charakteristische Wandteppiche und „Wolken“-Skulpturen werden hier zusammen mit seinen Tanzabdrücken präsentiert, die erstmals in Form einer groß angelegten Installation zu sehen sind – gemeinsam bilden die Werke eine stille Choreographie, in der Bewegung zu einer Sprache der Befreiung wird. Biografie Die Praxis von Igshaan Adams (1982, Kapstadt) vereint Performance, Weberei, Skulptur und Installation. Geboren in Bonteheuwel, einem Vorort von Kapstadt in Südafrika, greift Adams auf seinen Hintergrund zurück, um ethnische, sexuelle und religiöse Grenzen herauszufordern. Diese intersektionale Topografie bleibt in seinem gesamten Werk sichtbar und dient als Palimpsest, auf dem Spuren persönlicher Geschichten eingeschrieben und neu eingeschrieben werden. Adams nähert sich Materialität durch seine eigene Subjektivität. Häufig werden kulturelle und religiöse Referenzen mit Materialien verbunden, die sein Leben seit jeher begleiten. Sein Interesse an Materialität bewegt sich zwischen einem intuitiven Umgang mit unterschiedlichen Substanzen und einer formalen Untersuchung darüber, wie verschiedene Materialien in unterschiedlichen Kontexten agieren und wie sie sich verwandeln oder weiterentwickeln. Adams hat international zahlreiche Einzelausstellungen präsentiert, darunter im ARoS Aarhus Art Museum, Aarhus (2025); The Hepworth Wakefield, Wakefield (2024); The Institute of Contemporary Art Boston, Boston (2024); Thomas Dane Gallery, London (2023); The Art Institute of Chicago, Chicago (2022); Kunsthalle Zürich, Zürich (2022); Hayward Gallery, London (2021); und The Iziko South African National Gallery, Kapstadt (2018). Er hat an zahlreichen Gruppenausstellungen und Biennalen teilgenommen, darunter der Bukhara Biennale, Usbekistan (2025); Space of Togetherness, NEON, National Theatre of Greece Drama School, Athen (2024); das Barbican Centre, London (2024); die 35. Biennale von São Paulo (2023); die Islamische Kunstbiennale, Dschidda (2023); die 59. Internationale Kunstausstellung der Biennale di Venezia (2022); die 23. Triennale di Milano (2021); das Kunsthaus Baselland, Basel (2021); sowie das Pérez Art Museum Miami (2020), unter vielen anderen. Seine Arbeiten befinden sich in den Sammlungen des Solomon R. Guggenheim Museum, New York; Speed Art Museum, Louisville; Tate, London; The Hepworth Wakefield; Art Gallery of New South Wales, Sydney; ARoS Aarhus Kunstmuseum; Moderna Museet, Stockholm; Stedelijk Museum, Amsterdam; Art Institute of Chicago; Baltimore Museum of Art; The Block Museum of Art, Northwestern University, Evanston; Inhotim Museum, Brumadinho, Brasilien; Iziko South African National Gallery, Kapstadt; Minneapolis Institute of Art; Standard Bank Collection, Johannesburg; sowie der University of Cape Town. Im Jahr 2018 erhielt er den Standard Bank Young Artist Award für Bildende Kunst. Igshaan Adams lebt und arbeitet in Kapstadt. Kuratorinnen: Florence Ostende, assistiert von Anaël Daoud
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Andrea Mancini & Every Island
Mudam Luxembourg
Ursprünglich für den luxemburgischen Pavillon auf der 60. Internationalen Kunstausstellung – La Biennale di Venezia (2024) konzipiert, ist die Installation "A Comparative Dialogue Act" das Ergebnis einer beispiellosen Zusammenarbeit zwischen dem luxemburgischen Künstler und Musiker Andrea Mancini (1989) und dem multidisziplinären Kollektiv Every Island, das 2021 in Brüssel gegründet wurde. An der Schnittstelle von bildender Kunst, Performance und Musik konzipiert das Werk den Ausstellungsort als Ort der Produktion und des gemeinsamen Experimentierens mit anderen Künstler:innen und erweitert so den Begriff des kollektiven Kunstwerks. Hier verschmelzen Klang und Raum: Die räumlichen Elemente – Boden und Wände – werden zu Klanginstrumenten, die nach und nach ein eindringliches und kollektives Erlebnis schaffen. Der Titel der Ausstellung fasst den experimentellen Charakter des Projektszusammen: eine Erkundung verschiedener Klang- und Musiksprachen, die das Potenzial von Klang als Werkzeug der Verhandlung, Intervention und Kontamination aufzeigt. Während der Ausstellung wird die Installation durch eine Reihe von kurzen Performances ergänzt. Bei der Reaktivierung des luxemburgischen Pavillons werden wir mit lokalen Kulturschaffenden zusammenarbeiten. Der Pavillon ist ein Instrument, das sich ständig weiterentwickelt. Bei der Reaktivierung des luxemburgischen Pavillons werden wir mit lokalen Kulturschaffenden zusammenarbeiten. Der Pavillon ist ein Instrument, das sich ständig weiterentwickelt. Artistes en résidence au Mudam : Cucina Povera - Performance d’ouverture : 25 septembre 2025, 20:30 - Répétition : 26 septembre 2025 - Performance : 27 septembre 2025, 16:30 bela - Répétition : 6-7 novembre 2025 - Performances : 8-9 novembre 2025, 16:30 Thomas Lea Clarke - Répétition : 15-16 janvier 2026 - Performances : 17-18 janvier 2026, 16:30 Artistes en résidence à la Biennale di Venezia 2024: Bella Báguena, Célin Jiang, Selin Davasse and Stina Fors Biografien Andrea Mancini (1989, Luxemburg) ist in verschiedenen künstlerischen Bereichen tätig und erkundet als Künstler und Musiker in seinen Performances, Installationen und Videoinstallationen die Beziehung zwischen Raum, Individuum und Ton. Seine Werke wurden in der Kulturfabrik in Esch/Alzette (2024 und 2023), in den Rotondes in Luxemburg (2023), im Casino Luxembourg – Forum d’art contemporain (2022 und 2021) sowie in der Cité internationale des arts in Paris (2021) gezeigt. Unter dem Künstlernamen Cleveland ist er DJ, produziert elektronische Musik und hat mehrere EPs beim Amsterdamer Label Kalahari Oyster Cult herausgebracht. Zudem hat er ein eigenes Label, Suzi. Andrea Mancini lebt und arbeitet in Brüssel. Das Kollektiv Every Island wurde 2021 gegründet und setzt sich heute aus Alessandro Cugola, Caterina Malavolti, Damir Draganić, Juliane Seehawer, Martina Genovesi und Astrid Lykke Nielsen zusammen. Every Island untersucht die Bedeutung von Performativität in der Architektur und erschafft vergängliche Installationen. Die Werke des Kollektivs wurden in verschiedenen Institutionen und bei Festivals gezeigt, unter anderem beim Horst Arts and Music in Vilvoorde (2024), im Bozar in Brüssel (2023), im MAD in Brüssel (2023), im Mudam Luxembourg – Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean (2022), im Kunstencentrum Viernulvier in Gand (2022), beim Santarcangelo Festival in Rimini (2022) sowie auf dem Mont des Arts in Brüssel (2021). Every Island ist in Brüssel ansässig. Aktuell ist die Ausstellung A Comparative Dialogue Act von Andrea Mancini und Every Island im luxemburgischen Pavillon der 60. Biennale in Venedig zu sehen bis zum 24. November 2024.
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Rémy Markowitsch. WE ALL (Except the Others)
Weltkulturerbe Völklinger Hütte
Kontamination von Natur und Kultur, Zwangsarbeit damals und heute, Hermann Röchling und sein Erbe: Der Schweizer Künstler Rémy Markowitsch beleuchtet und verdichtet mit seiner multimedialen Installation WE ALL (Except the Others) in der historischen Hängebahnwerkstatt zentrale Themen und signifikante Orte der Geschichte der Völklinger Hütte. Eine Conférencière und zahlreiche weitere Protagonist:innen führen uns von den Schlackenhalden Hermann und Dorothea mit dem Abraum der Hütte über den heutigen Parkplatz und die Benzolhäuser, einst Standort der stark umweltbelastenden Kohlenwertstoffbetriebe, zur Apotheose der Familie Röchling im raumgreifenden Deckengemälde der Völklinger Versöhnungskirche. Am Ort der Reparatur, der Hängebahnwerkstatt, schließen sich die Kreise im wörtlichen wie im übertragenen Sinne. „Nach BEWEGUNG MACHT GESCHICHTE folgt nun der zweite Meilenstein der Auseinandersetzung mit der Geschichte unseres Ortes im Jubiläumsjahr 150 JAHRE VÖLKLINGER HÜTTE. Rémy Markowitsch richtet mit WE ALL (Except the Others) seinen genuin künstlerischen Blick auf die Geschichte und Themen unseres exemplarischen Schauplatzes und trägt mit kreativer Zuspitzung zu einem tieferen Verständnis der Höhen und Tiefen des ehemaligen Eisenwerkes bei“, so Dr. Ralf Beil, Kurator der Ausstellung und Generaldirektor des Weltkulturerbes Völklinger Hütte.
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Völklinger Hütte
Völklinger Hütte
Industrie, Kultur, Geschichte, Kunst und Natur im UNESCO-Weltkulturerbe Völklinger Hütte
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Römische Villa Nennig
Stiftung Saarländischer Kulturbesitz
Wegen des prachtvollen Mosaikbodens, der zu den spektakulärsten seiner Art nördlich der Alpen zählt, ist die Römische Villa in Nennig das bedeutendste Architekturdenkmal aus römischer Zeit im Saarland. Die Motive des Mosaiks sind in einer einzigartigen Qualität erhalten und weltweit bekannt. Sie zeigen in acht symmetrisch angeordneten Bildfeldern den Ablauf eines Spektakels im Amphitheater. An die zweigeschossige Villa aus dem 1. Jh. n. Chr. schloss sich eine ca. 250 m lange Halle an, deren Außenwände bemalt waren. Diese schloss an den Enden jeweils mit einem Rundbau ab. Die Funktion dieser Halle ist ungeklärt. Ein großzügiges Badgebäude wurde in ca. 200 m Entfernung zur Villa entdeckt. Zu dieser luxuriösen und repräsentativen Villa gehörte weiterhin ein vorgelagerter Wirtschaftsbereich. An einer Straße reihten sich hier Wohn- und Wirtschaftsgebäude. Sammlung Im Jahr 1852 entdeckte ein Landwirt zufällig das 10,30 m x 15,65 m großen Fußbodenmosaik, das zu einer repräsentativen Eingangshalle einer Villa gehörte. Aus etwa drei Millionen Mosaiksteinchen zusammengesetzt wirkt es beeindruckend realistisch. Es zeigt ein lebendiges Bild vom Ablauf des von den Römern „munus“ genannten Spektakels im Amphitheater. Die zur Darstellung gebrachten Szenen aus einer Kampfarena gruppieren sich um ein Marmorbecken und um das große viereckige Gladiatorenbild. Sie sind in geometrische und florale Motive eingebettet. Der Nenniger Bildteppich gehört zu den wenigen und den eindrucksvollsten Beispielen gallorömischer Mosaikkunst, die noch am Fundort in seiner ursprünglichen Position gezeigt werden. Dazu trägt auch das Schutzgebäude bei, das bereits 1853 errichtet wurde.
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Saarlandmuseum - Museum in der Schlosskirche
Stiftung Saarländischer Kulturbesitz
Als Bestandteil der Alten Sammlung zählt die Schlosskirche, die erstmals 1476 erwähnt wurde, zu den wenigen mittelalterlichen Zeugnissen in Saarbrücken. Seit 1575 ist sie evangelisches Gotteshaus. Im Zweiten Weltkrieg erfuhr sie schwerste Schäden. So wurde nach dem Kriege das eingestürzte Kreuzrippengewölbe durch eine schlichte, einfache Flachdecke ersetzt. Von ganz besonderer Tragik ist, dass der Apostelzyklus von Jacques Pierrard de Coraille (1670-1725/26) den Weltkrieg zwar überstanden hatte, aber nach dem Krieg bewusst zertrümmert wurde. Erhalten blieben nur fünf Fragmente, die seit 2004 im Langhaus präsentiert werden. Dieses Jahr markiert denn auch die Eröffnung der neu eingerichteten Schlosskirche als Museum, in der seitdem zahlreiche mittelalterliche Kleinfunde gezeigt werden. Abgesehen davon liegt ein großer Schwerpunkt der Sammlung in den mittelalterlichen Skulpturen, insbesondere in denen lothringischer Madonnen (14. Jahrhundert). Unübersehbar stellen die beiden erhaltenen Monumentalgrabdenkmäler von Jacques Pierrard de Coraille (1699-1700) sowie das spätbarocke Grabmal des Fürsten Wilhelm Heinrich von Nassau-Saarbrücken - Auftraggeber des Schlossneubaus (seit 1748) - einen Höhepunkt dar. Die Schlosskirche ist zudem Grablege verschiedener Grafen und die der beiden Fürsten von Nassau-Saarbrücken.
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Saarlandmuseum - Alte Sammlung
Stiftung Saarländischer Kulturbesitz
Die heute zum Saarlandmuseum gehörige Alte Sammlung ist in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts aus dem Saarbrücker Heimatmuseum hervorgegangen. Seine Gründung sollte mit den entsprechenden Sammlungsgegenständen den „Beweis“ antreten, dass die Saargegend kulturell zu Deutschland und nicht zu Frankreich gehörte, unter dessen Mandat die Saargegend nach dem Ersten Weltkrieg gestellt wurde. Die Sammlung zeigt zahlreiche Kunstwerke, die für die Saarbrücker Stadtgeschichte von allergrößter Bedeutung sind. Der Schwerpunkt dabei liegt auf der Fürstenzeit und den Jahren der Revolutions- und napoleonischen Kriege. Dies ist in erster Linie dem ehemaligen Saarbrücker Hofmaler Johann Friedrich Dryander (1756-1812) zu danken. Dryander hatte ein Talent, mit seinen Bildnissen eine Chronik der jüngeren Stadtgeschichte zu erzählen, beginnend mit den Porträts der Fürsten und nach der Französischen Revolution der Mitbürger*innen, die nach den Wirren der Kriege ins Großbürgertum aufgestiegen waren. Die Sammlung beherbergt zahlreiche Abbildungen dieser Saarbrücker „Stahlbarone“, so etwa die Familien Stumm und Krämer, die maßgeblich von dem Maler Louis Krevel (1801-1876) angefertigt wurden. Ein weiterer Schatz ist die Sammlung überragender Porzellanarbeiten aus Frankenthaler, Hoechster oder Ottweiler Manufakturen sowie einige ganz besondere Werke von Carl Blechen, Spitzweg und Lenbach. Zu den digitalisierten Beständen der Modernen Galerie gelangen Sie hier. Verfeinern Sie Ihre Suche, indem Sie Ihre Suchbegriffe ergänzen. Wir wünschen viel Freude bei Ihren Erkundungen! Ein besonderes highlight aus der Sammlung ist Der Brand des Saarbrücker Schlosses am 7. Oktober 1793 von Johann Friedrich Dryander (1756-1812). Nachdem der Adel in Wegfall geriet, konnte sich der ehemalige Hofmaler Dryander auch eine Vielzahl französischer Soldaten als Auftraggeber sichern, deren Namen er minutiös in seinem Auftragsbüchlein festhielt. Eine bildkünstlerische Cimelie für die Saarbrücker Stadtgeschichte liefert seine Darstellung des Saarbrücker Schlossbrandes. Das gerade einmal rund 50 Jahre alte Saarbrücker Barockschloss wurde an jenem Tag ein Raub der Flammen. Auch wenn die Bürger von Alt-Saarbrücken und St. Johann versuchten, das Feuer zu löschen, brannte der Nordtrakt sowie das Corps de Logis bis auf die Umfassungsmauern nieder. Überliefert ist, dass sich im Schlosshof ein Munitionswagen befand, der wohl aus Unachtsamkeit seitens der französischen Soldaten, die sich dort aufgehalten haben, in Brand geriet. Zu erwähnen ist, dass Dryander das Gemälde erst Jahre später, zwischen 1795 und 1798, gemalt hat. Aus diesem Grund ist anzunehmen, dass es sich hier nicht um ein Auftragswerk gehandelt haben mag, vielmehr hat der Künstler dieses denkwürdige Ereignis eher zum eigenen Gedächtnis gemalt, so wie er das häufiger praktiziert hat. Interessant ist die Darstellung des halbrunden, durch Pfeiler akzentuierten Platzes, von wo aus die Alte Brück von St. Johann nach Alt-Saarbrücken führt. Wie die meisten Baudenkmäler aus der Vergangenheit existiert auch diese Architektur in Saarbrücken nicht mehr, was das Gemälde umso bedeutender für die Nachwelt werden lässt.
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Museum für Vor- und Frühgeschichte
Stiftung Saarländischer Kulturbesitz
Im Museum für Vor- und Frühgeschichte werden die bedeutenden archäologischen Funde des Saarlandes präsentiert. Waffen, Geräte, Schmuck, Keramikgefäße, Gemälde sowie Plastiken aus Stein und Bronze erzählen die jahrtausendealte Geschichte der Region und belegen deren zentrale Lage im europäischen Geflecht von Kultur, Handel und Wirtschaft. Steinzeitliche Funde bilden den Beginn des Rundganges im Erdgeschoss. Erst mit der Bronzezeit setzt eine dichtere Besiedlung der Region ein. Hort- und Grabfunde sind typisch für diese Epoche. Der Ausstellungsschwerpunkt liegt auf der Zeit der Kelten und Römer. Aus diesen Epochen sind herausragende Funde der Landes-Archäologie ausgestellt: etwa das „Fürstinnengrab“ aus Reinheim, die Wandmalereien aus einer römischen Villa von Mechern oder Bronzestatuetten aus Schwarzenacker. In der Schlosskirche sind Funde aus dem Mittelalter ausgestellt. Sammlung Im Jahr 1954 wurde bei Reinheim im Saar-Pfalz-Kreis ein Grab mit außergewöhnlich reichen Beigaben freigelegt: Gold-, Glas-, Ölschiefer-, Bernstein- und Bronzeschmuck, ein Trinkservice aus Bronze und Gold sowie ein Spiegel. Offenbar war hier vor ca. 2.400 Jahren eine hochrangige Dame (eine „Fürstin“) bestattet worden. Die Weinkanne und der Schmuck gehören zu den berühmtesten Objekten der europäischen „Latène-Zeit“. Die Grabausstattung bezeugt die intensiven Kontakte einer elitären Oberschicht zum Mittelmeerraum. Sie importierte Luxusgüter und beschäftigte hoch qualifizierte Kunsthandwerker. Beeinflusst von griechisch-etruskischen Vorbildern schufen diese einen neuen Kunststil. Die goldenen Arm- und Halsreifen zeigen an den Enden menschliche Gesichter und maskenartige Löwenköpfe, die für diese keltische Kunst typisch sind. Deren Bedeutung lässt sich nur erahnen, vermutlich handelt es sich um mythische Wesen oder Gottheiten.
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Moderne Galerie
Stiftung Saarländischer Kulturbesitz
Klassische Moderne Die Sammlung der Klassischen Moderne spiegelt vor allem den produktiven Austausch der in Deutschland und Frankreich wirkenden Avantgarde-Strömungen vom Impressionismus bis in die Kunstproduktion der 1960er Jahre wieder. Zu den herausragenden Werkkomplexen zählen die Gemälde der Berliner Sezession mit Max Liebermann, Lovis Corinth und insbesondere Max Slevogt. Daneben prägen hochrangige Gemälde und Skulpturen des deutschen Expressionismus das Profil der Saarbrücker Bestände. Hauptwerke von Max Beckmann finden sich ebenso wie solche der Bauhaus-Meister Oskar Schlemmer, Lyonel Feininger oder László Moholy-Nagy. Umfangreiche Werkkonvolute von Albert Weisgerber und Hans Purrmann verdankt das Haus der 1982 eingegliederten Sammlung Kohl-Weigand. Mit der prominent vertretenen Malerei des Informel ebenso wie mit dem Nachlass des Bildhauers Alexander Archipenko beherbergt das Saarlandmuseum einzigartige Werkgruppen. Im Skulpturenpark der Modernen Galerie am Saarufer findet sich zudem ein Ensemble von Monumentalplastiken, dessen Spektrum von Aristide Maillols Vénus sans bras (1920) über Anthony Caros Panama (1976/80) bis hin zu Pae Whites Torrance (2017) reicht. Zu den digitalisierten Beständen der Modernen Galerie gelangen Sie hier. Verfeinern Sie Ihre Suche, indem Sie Ihre Suchbegriffe ergänzen. Wir wünschen viel Freude bei Ihren Erkundungen! Grafische Sammlung Die Grafische Sammlung ist der Ursprung der heutigen Sammlung des Saarlandmuseums. 1925 von Fritz Grewenig als Lehr- und Studiensammlung für die Staatliche Schule für Kunst und Kunstgewerbe in Saarbrücken gegründet, umfasst die Sammlung der Kunst auf Papier mittlerweile etwa 12.500 Zeichnungen und Druckgrafiken. Davon gehen rund 8.500 Blatt auf die 1980 eingegliederte Privatsammlung Kohl-Weigand zurück, eine der bedeutendsten privaten Kollektionen im südwestdeutschen Raum. Schwerpunkte der Sammlung liegen auf dem deutschen und französischen Impressionismus (Max Liebermann, Max Slevogt, Lovis Corinth, Edouard Manet, Auguste Renoir) und dem deutschen Expressionismus der Brücke (Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Max Pechstein, Karl Schmidt-Rottluff, Emil Nolde), ergänzt von größeren Werkkomplexen renommierter Künstler*innen der Zwischen- und Vorkriegszeit (Marc Chagall, Max Beckmann, James Ensor, Albert Weisgerber, George Grosz, Hans Purrmann, Max Ernst, Käthe Kollwitz, u.a.). Nach 1945 prägt das Informel die Neuzugänge (Gerhard Hoehme, Emil Schumacher, KRH Sonderborg, Karl Otto Götz). Der Nachlass von Fritz Zolnhofer wird ebenso in der Grafischen Sammlung verwahrt wie große Konvolute der saarländischen Künstler Leo Grewenig und Edgar Jené. Die Grafische Sammlung verfügt über einen Vorlegeraum. Die digitalisierten Bestände der Grafischen Sammlung finden Sie hier. Sie können Ihre Recherche verfeinern, indem Sie Ihre Suchbegriffe in der Suchzeile ergänzen. Wir wünschen viel Freude bei Ihren Erkundungen! Fotografische Sammlung Die Fotografische Sammlung umfasst derzeit einen hochkarätigen Bestand von 24.667 Abzügen und etwa ebenso vielen Bildern auf Diapositiv- und Negativmaterial. Sie gehört zu den ältesten in einem Museum für moderne Kunst in dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik. Ihre Entstehung hängt auf das Engste zusammen mit dem Wirken Otto Steinerts, der als Hochschullehrer für Fotografie aber auch als Initiator der 1951 ins Leben gerufenen subjektiven fotografie internationale Bekanntheit und Einfluss erlangte. Seit 1994 wird der Nachlass der Fotografin Monika von Boch in der Fotografischen Sammlung betreut und erforscht. Sie studierte bei Otto Steinert in der Fotoklasse der Staatlichen Schule für Kunst und Handwerk in Saarbrücken. Große Teile des Nachlasses von Edith Buch-Duttlinger befinden sich in der Sammlung. Als Steinerts Assistentin nahm sie aktiv Anteil an der Vorbereitung Ausstellung subjektive fotografie 1951. Weitere Schwerpunkte der Sammlung sind Surrealismus, Bauhaus, Neue Sachlichkeit und zeitgenössische Fotografie. Die zeitgenössische Fotografie ist vertreten mit Arbeiten von Boris Becker, Sinje Dillenkofer, Sven Erik Klein, Hans-Christian Schink u. v. a.. Zu den Sammlungsschätzen zählt auch der beachtliche Bestand zur Fotografie des 19. Jahrhunderts: Portraitfotografien von sehr frühen Daguerreotypien über Salzpapierabzüge zu Ambro- und Ferrotypien, frühe Fotografien aus dem Heiligen Land von Auguste Salzmann, aus Konstantinopel und Griechenland von James Robertson und Philippos Margaritis, sehr frühe dokumentarische Fotografie wie ein erst jüngst wiederentdecktes Album mit Motiven aus Paris von Édouard Baldus sowie Industriemotive des Saargebietes von Carl Heinrich Jacobi aus den 1860er Jahren. Die digitalisierten Bestände der Fotografischen Sammlung finden Sie hier. Sie können Ihre Recherche verfeinern, indem Sie Ihre Suchbegriffe in der Suchzeile ergänzen. Wir wünschen viel Freude bei Ihren Erkundungen! Zeitgenössische Kunst Im zeitgenössischen Bereich stehen neben Positionen in allen klassischen Medien auch Videokunst und Performance sowie Installations-, Licht- und Klangkunst im Fokus, die seit den 1980er und 90er Jahren auch in Saarbrücken durch international renommierte Künstler*innen, wie Daniel Hausig, Katharina Hinsberg, Christina Kubisch, Marie-Jo Lafontaine, Marcel Odenbach, Ulrike Rosenbach u.v.a. etabliert und weiterentwickelt wurden. Besondere Akzente setzen außerdem aktuelle Werke, die für die großzügige Architektur des Erweiterungsbaus entstanden sind, wie Gregor Hildebrandts Ein Lied von Wiederkehr (2011), Michel Majerus Liebt Euch (1999), Jonathan Meeses Love Like Blood (2004) und Pae Whites An Allegory of Air – The Hungry Ghost (2017) oder die Klanginstallation Das Glashaus (2003) von Christina Kubisch. Der Ausbau dieser aktuellen Positionen ist eng verknüpft mit dem Ausstellungsprogramm der Stiftung, aus dem immer wieder zentrale Werke in die Sammlung aufgenommen werden, wie zuletzt Claire Morgans große Rauminstallation All of the Things I Have Ever Lost (2020/21). Skulpturengarten Die Moderne Galerie verfügt über einen großzügigen Skulpturengarten, der 1992 in seiner jetzigen Form angelegt wurde. Die dort gezeigten Werke repräsentieren wesentliche Positionen der Plastik des 20. und 21. Jahrhunderts, sowie zeitgenössische Werke. Besucher*innen erwartet u.a. Aristide Maillols Vénus sans bras, die in ihrer Figürlichkeit und klassischen Formensprache eine seit der Antike herrschende Bildhauertradition aufgreift, non-figurative Skulptur- und Raumkonzepte der Künstler*innen Katja Strunz, Matschingsky-Denninghoff und Olav Christopher Jenssen, gegenstandsbezogene Herangehensweisen bei Pae White, sowie Informelle Arbeiten wie die von Karl Otto Götz und Gregor Hildebrandts. Besucher:innen sind nicht nur dazu eingeladen, durch den Garten zu wandeln und die Werke zu betrachten, sondern sich der Macht ihres Blickes bewusst zu werden. Kein Werk steht frei von Kontext. Die hier ausgestellten Freiplastiken laden zur Gedankenspielerei ein, sollen auch und gerade in ihrem Umfeld gelesen werden, im Dialog miteinander.
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Bewegung Macht Geschichte
Weltkulturerbe Völklinger Hütte
Die Dauerausstellung „Bewegung Macht Geschichte“ eröffnet neue Perspektiven auf die Rohstoff-, Menschen- und Produktströme, die elementar mit der Geschichte der Völklinger Hütte verbunden sind. So führt der Weg der zur Eisenproduktion nötigen Erze im Laufe der Jahrzehnte nicht nur aus Lothringen und Luxemburg, sondern ab den 1960er-Jahren aus der ganzen Welt nach Völklingen. Geliefert wird spätestens ab der Nachkriegszeit weltweit. Ein bedeutendes Element der Ausstellung bildet die humane Mobilität in all ihren – auch den drastisch gewaltsamen – Facetten: von den Wanderarbeitern und verarmten Bauern aus der Großregion im 19. Jahrhundert, über das düstere Kapitel der Zwangsarbeiter:innen im Ersten und Zweiten Weltkrieg aus ganz Europa bis hin zur Arbeitsmigration der Wirtschaftswunderjahre aus Italien und der Türkei. Dreh- und Angelpunkt der Schau ist eine Filminstallation, die umfangreiches Archivmaterial und 3-D-Elemente zu einer prägnanten Hütten-Geschichte in zeitgemäßer Bildsprache montiert.
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X-RAY - Die Macht des Röntgenblicks
Weltkulturerbe Völklinger Hütte
X-RAY ist die erste Ausstellung überhaupt, die sich umfassend dem Phänomen der Röntgenstrahlen und den zahlreichen kulturellen und künstlerischen Aspekten des Röntgenblicks widmet. Auf der Basis des weiten Spektrums der Röntgentechnik – vom ersten Röntgenbild über historische Röntgengeräte der Medizin und Naturwissenschaften bis hin zum aktuellsten Röntgen-Satelliten der Weltraumforschung – beleuchtet die Schau insbesondere die kreativen Wechselwirkungen des Röntgenblicks in Kunst und Kulturgeschichte, Politik, Natur, Literatur und Architektur, Musik, Mode und Kino. Am 8. November 2025 ist es auf den Tag genau 130 Jahre her, dass Wilhelm Conrad Röntgen in seinem Würzburger Labor die X-Strahlen erstmals bewusst als bislang unbekanntes Phänomen wahrnimmt. Nur wenige Wochen danach verbreitet sich diese bahnbrechende Entdeckung wie ein Lauffeuer um den Erdball und inspiriert nicht nur Wissenschaftler:innen, sondern sofort auch bildende Künstler, Musiker, Filmemacher und Karikaturisten. Diese Faszination ist bis heute ungebrochen, wie der als Erlebnislandschaft gestaltete X-RAY-Parcours zu zeigen vermag: Er vereint in der Industriekathedrale der Gebläsehalle eine Röntgen-Kapelle von Wim Delvoye ebenso wie ein transparentes Backstein-Labyrinth von Cris Bierrenbach, einen Catwalk mit Röntgen-Mode und ein Kino für X-RAY-Filme. In 18 Kapiteln entfaltet sich ein höchst welthaltiges Panorama der Moderne und Gegenwart: Marie Curie trifft hier auf Claude Cahun, Frida Kahlo, Isa Genzken und Iris van Herpen; John Heartfield auf Edvard Munch, Mies van der Rohe, Thomas Mann und William Wegman. X-RAY macht das Unsichtbare sichtbar und Kunst und Wissenschaft zum Erlebnis. „Röntgenstrahlen durchdringen unsere Moderne und Gegenwart auf ganz besondere Art und Weise: Dank ihrer erfahren wir Medizin, Politik, Geschichte, Kunst und Natur, ja selbst Geschlechterrollen neu. Wir blicken buchstäblich auf sonst verborgene Tiefenschichten unser selbst und unserer Umwelt – von den Molekülen und Kodierungen unserer Körper bis hin zu den entferntesten Galaxien des Weltraums“, so Kurator Dr. Ralf Beil. DAS RAHMENPROGRAMM Zur Ausstellung realisiert das Weltkulturerbe Völklinger Hütte zahlreiche Führungen sowie Workshops für Kinder und Jugendliche zu politisch, wissenschaftlich, künstlerisch oder biografisch orientierten Themen: „Macht und Gewalt des Röntgenblicks“, „Wie Röntgenstrahlen Wissenschaft und Welt verbinden“, „Durchleuchtet – Meinem Inneren auf der Spur“ sowie „Auf der Suche nach Mister X“. Ferner ist in Kooperation mit dem Kino 8 ½ und dem Filmhaus Saarbrücken ein X-RAY Filmprogramm zu sehen.
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